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Ernährung

Meerschweinchen sind eigentlich recht anspruchslose Tiere, wenn man bedenkt, dass sie ursprünglich aus einer sehr kargen Gegend in Südamerika stammen.
Wichtig ist, dass sie immer rund um die Uhr Futter zu verfügung gestellt bekommen. Ihr Verdauungssystem ist auf die laufende Zufuhr von kleinen Nahrungsportionen angewiesen - und das während des ganzen Tages. Der Magen-Darmtrakt wird nur duch Nachschub des neu aufgenommenen Futters in Bewegung gehalten und kann somit die angedaute Nahrung weitertransportieren (nennt man auch Stopfdarm). Die Nahrung sollte aus diesem Grund auch eher Balaststoffreich sein, weshalb auch Heu die Hauptnahrung ist.  Sollte einmal ein Tier, aus welchem Grund auch immer, die Aufnahme von Heu verweigern, besteht lebensgefahr. Der Weitertransport der Nahrung im Darm wird nicht mehr gewährleistet, kann sogar zum Stillstand kommen und es entstehen Gährungen. Hier darf nicht gewartet werden, es muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Das Selbe gilt bei Durchfall, welcher auch eine Störung des Verdauungssystem ist. Hier empfehle ich eine Weile nur noch Heu zu Füttern. Allerdings sollte man das Meeri trotzdem beim TA vorstellen, da diese Erkrankung oft von Zahnproblemen verursacht werden. 
Neben dem Grundfutter Heu muss das Meerschweinchen frisches "Saftfutter" bekommen (Futter mit hohem Wassergehalt) , da es Vitamin C nicht selbst produzieren kann. Hierbei eignen sich jede Menge Gemüsesorten: Salatgurken, Paprika, Tomaten, Möhren, Fenchel, Eisbergsalat usw.
Kohl sollte wegen seiner blähenden Eigenschaft nicht verfüttert werden. Kräuter (Petersilie, Dill usw.) sollten nur in geringen Mengen verfüttert werden, da durch den hohen Gehalt an Calcium, Blasensteine entstehen können. Obssorten wie Äpfel, Melonen und Weintrauben bitte nur in kleinen Mengen füttern, denn durch den Zuckergehalt werden die Meeris nur unnötig dick. Dies gilt auch für die Verabreichung von Kraftfutter.Erwachsene, gesunde Schweinchen, die im Haus gehalten werden, benötigen bei richtiger Versorgung mit Heu und Gemüse kein Kraftfutter. Es ist ein netter Leckerbissen für zwischendurch. Auch diese angebotenen Leckereien wie Joghurtdrops und Knabberstangen aus dem Handel sind völlig unnötig. Vor Allem bei den Drops mit Joghurt muss ich immer den Kopf schütteln, man weiß doch, dass Meeris kein tierisches Eiweiß benötigen. Mansche Leute geben ihrem Meeri hartes Brot zu fressen, weil sie denken, dass dadurch die Backenzähne abgenutzt werden. Falsch gedacht...durch den Speichel wird das Brot schnell weich, es ist stärkehaltig und kann Verdauungsprobleme hervorrufen. Meerschweinchen sind Nagetiere, hier sind ungespritzte Äste wie Haselnuss, Birke oder von Obstbäumen empfehlenswert. 
Viele Gewächse sind allerdings giftig, um einige zu nennen:

  • Akelei 
  • Bärlauch 
  • Besenginster 
  • Blauregen 
  • Buchsbaum 
  • Efeu 
  • Eibe 
  • Eisenhut 
  • Farne 
  • Fingerhut 
  • Flieder 
  • Glyzinie 
  • Goldregen 
  • Hartriegel 
  • Herbstzeitlose 
  • Hortensie 
  • Hyazinthe
  • Kreutzkraut 
  • Krokus 
  • Liguster 
  • Lilien 
  • Maiglöckchen
  • Narzisse 
  • Primel 
  • Rittersporn 
  • Schneeglöckchen 
  • Seidelbast 
  • Sommerflieder
  • Stechapfel 
  • Tulpe 
  • Wacholder 
  • Wolfsmilchgewächse

 Empfohlenes Frischfutter:

Karotten, Äpfel, Paprika, Fenchel, Gurke, Zucchinis, Mangold, Petersilienwurzel, Rote Beete,
Wirsing, Tomaten (ohne grüne Teile).
Salate (in Maßen, hat wenig Nährwert): Eisberg, Romana, Endivie, Lollo Rosso, Feldsalat etc.
Kopfsalat sollte wegen der hohen Nitratbelastung nicht gefüttert werden (evt. Biosalat),
Salatstrünke und äußere Blätter wegen der hohen Schadstoffbelastung ebenfalls nicht.
Gras (kein Rasenmäher, da Fettrückstände) aus der Natur, an Seen, aus dem Wald, hart oder
weich (langsam zufüttern).
Kleine Mengen (Gefahr von Blähungen oder hoher Kalziumanteil) von Broccoli, Spinat,
Karottenkraut, Kohlrabi, Kohlrabikraut, Grünkohl, Blumenkohl, Radieschenblätter, Rucola,
Maisblätter (ungedüngt!), Löwenzahn.
Sehr zuckerhaltig, auch hier nur kleine Mengen: Birnen, Bananen, Melonen.
Kräuter frisch, im Winter getrocknet: Spitzwegerich (gut f. Niere/Blase, Erkältungen), Kamille,
Zitronenmelisse, Pfefferminze, Liebstöckel, Petersilie.
Zweige/Blätter von Apfelbaum, Birne, Heidelbeer, Johannisbeer, Haselnußstrauch. Tannen- oder.
Kiefernzweige zum Knabbern und Druntersitzen. Vorsicht allerdings bei trächtigen Schweinchen, durch die ätherischen Öle in in den Tannen, könnte es evtl. zu Fehlgeburten kommen. 

 

  

 
Päppeln eines Meerschweinbabys

 

© Texte, Inhalte und Fotos by Birgit Steeg